Eigenen Strom erzeugen

Sie möchten Ihren eigenen Strom erzeugen? Nichts ist einfacher als das. Im Nachfolgenden erklären wir die wichtigsten Begriffe und was Sie dabei beachten müssen. Mit Hilfe einer Solaranlage und eines Stromspeichers können Sie einen Großteil des Stromes, den Sie benötigen, selbst herstellen. Dadurch werden Sie unabhängiger vom Energieversorger und steigenden Strompreisen in der Zukunft.

Warum sollte ich eine Solaranlage installieren?

Eine Solaranlage bietet Ihnen vielerlei Vorteile. Zum einen produziert sie umweltfreundliche Energie, indem sie die Sonneneinstrahlung in elektrischen Strom umwandelt, den Sie schließlich im Haushalt verwenden können. Dadurch können Sie bereits ein erhöhtes Maß an Unabhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz und meist teuren Netzanbietern erlangen. Zum anderen kann der nicht direkt verbrauchte Strom gegen die sogenannte Einspeisevergütung, die sich nach der Leistung der Anlage richtet, an Ihren jeweiligen Netzanbieter verkauft werden. Somit profitieren Sie gleich doppelt und sparen bares Geld

Kann ich mit einer Solaranlage und einem Stromspeicher günstiger Strom erzeugen als Strom aus dem Netz?

Ja. Schon heute ist die Erzeugung von Strom mit einer Solaranlage und dessen Speicherung günstiger als der Bezug von Ihrem Energieversorger. Der selbst erzeugte Solarstrom der Photovoltaikanlage kostet zwischen 0,10 –0,12 € pro kWh und ist damit günstiger als der Strom der meisten Energieversorger (ca. 0,30 € pro kWh). Und das Beste ist, die Kosten sind schon heute fix für die nächsten 25 Jahre und können nicht weiter steigen. Im Gegensatz dazu sind in den letzten Jahren die Kosten der Energieversorger durchschnittlich um 3 -5% pro Jahr gestiegen

Eigenverbrauch bezeichnet den Anteil des Stromes, der durch die Solaranlage hergestellt und im gleichen Moment von Ihnen verbraucht wird. Dies wäre zum Beispiel der Fall, wenn tagsüber die Sonne scheint und Sie zuhause Mittagessen kochen. Dazu nutzen Sie direkt den von der Solaranlage erzeugten Strom. In der Regel erreichen werktags tätige Familien einen Eigenverbrauch von ca. 30% des hergestellten Stromes. Das heißt 30% des Solarstromes werden selbst verbraucht und 70% ins Netz eingespeist.

Mit einem Stromspeicher kann der Eigenverbrauch auf bis zu 80% erhöht werden. Wenn Sie zum Beispiel abends, wenn es dunkel ist, kochen möchten, nutzen Sie automatisch den Solarstrom aus dem Stromspeicher, der tagsüber dort gespeichert wurde und nun zur Verfügung steht.

Der Begriff Autarkie oder Autarkiegrad bezeichnet das Verhältnis aus selbstverbrauchtem Solarstrom zur Gesamtmenge des jährlich verbrauchten Stromes im Haushalt.

Bei einem Autarkiegrad von 50% und einem Gesamtverbrauch von 4000 kWh pro Jahr haben Sie beispielsweise 2000 kWh Ihres Stromverbrauches direkt durch die Solaranlage gedeckt und 2000 kWh vom Netz bezogen.

Wenn die Sonne scheint, stellt Ihre Solaranlage Strom her und Sie verbrauchen diesen durch die Geräte im Haushalt selbst. Sind Sie jedoch nicht zuhause und im Haushalt wird weniger Strom verbraucht, dann speist die Solaranlage den überschüssigen Strom in das öffentliche Netz ein und Sie erhalten dafür die Einspeisevergütung. Verbrauchen Sie im Haushalt mehr Strom als die Solaranlage liefern kann, zum Beispiel, wenn es bewölkt ist oder nachts, dann beziehen Sie automatisch Strom aus dem öffentlichen Netz.

Der Stromspeicher speichert die Solarenergie dann, wenn im Haus weniger Strom verbraucht wird als von der Solaranlage zur Verfügung steht. Wird beispielsweise tagsüber bei Sonnenschein kein Strom verbraucht, so lädt sich der Speicher automatisch auf. Ist dieser vollständig geladen, wird der zusätzliche Strom ins öffentliche Netz eingespeist und Sie erhalten dafür die Einspeisevergütung.

Scheint die Sonne nicht mehr und Sie verbrauchen Strom, wird dieser zunächst aus dem Stromspeicher verbraucht. Erst wenn dieser leer ist, wird automatisch Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen. Je höher dabei der Autarkiegrad, desto wenigerStrom beziehen Sie vom Netz. Bei einer Solaranlage erreichen Sie einen Autarkiegrad von ca. 30%. Mit einem Stromspeicherkönnen Sie diesen auf bis zu 80% steigern.

Kann der Solarstrom nicht direkt im Haushalt verbraucht bzw. im Stromspeicher gespeichert werden, dann wird dieser in das Stromnetz eingespeist. Der Zweirichtungs-Stromzähler misst die Menge des eingespeisten Stroms und der Netzbetreiber vergütet Ihnen den Strom mit aktuell 12,2 ct pro kWh. (Juli 2018) Die Vergütung erhalten Sie in monatlichen Abschlägen vom Netzbetreiber.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz oder EEG ist die gesetzliche Grundlage für alle regenerativen Energiequellen in Deutschland.

Es regelt zum Beispiel die vorrangige Einspeisung von Solar-und Windstrom gegenüber Kohle-und Atomstrom. Es beschreibt auch den Vergütungsrahmen und die gesetzlichenAnforderungen für den Bau von Solaranlagen.

Bei Solaranlagen bis 10 kWp wird für den eingespeisten Strom eine Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz in Höhe von 12,20 ct pro kWh zzgl. MwSt. gezahlt (Juli 2018). Die Laufzeit beträgt 20 Jahre plus das Jahr der Inbetriebnahme. Während dieser Laufzeit ist die Höhe der Einspeisevergütung fix.

Nein. Sie müssen weder den Stromanbieter, noch den Stromtarif wechseln. Es lohnt sich allerdings, mit Ihrem Energieversorger eine reduzierte monatliche Abschlagzahlung zu verhandeln. Durch die Solaranlage wird die Strommenge, die Sie beziehen, sinken und damit auch Ihre monatlichen Kosten.

Wenn Sie eine Solaranlage installieren, dann sollten Sie auch den Stromanbieter hin zu einem Ökostromanbieter wechseln. Somit verbrauchen Sie jederzeit ökologisch sauberen Strom. Von Ihrer Solaranlage und aus demStromnetz.

Ja. Ihr Haus ist weiterhin an das öffentliche Stromnetz angebunden und Sie können zu jeder Zeit regulär Strom verbrauchen. Die Solaranlage und der Stromspeicher ersetzen nicht den Netzanschluss, sondern ergänzen diesen. Durch die Nutzung Ihres eigenen Solarstroms beziehen Sie aber wenigerStrom aus dem öffentlichen Netz und sparen damit Kosten.